Bordeaux

Geografische Details der Weinbauregion Bordeaux

Bei Bordeaux handelt es sich nicht nur um eine französische Weinbauregion und den dort hergestellten Wein mit geschützter Herkunftsbezeichnung, sondern auch um eine Stadt. Sie liegt im Südwesten Frankreichs und gilt als eines der geistigen, politischen und wirtschaftlichen Zentren des Landes. Als Universitätsstadt und beliebte Touristendestination im Département Gironde erstreckt sich die Stadt Bordeaux über fast 50 km2 und beherbergt beinahe 250.000 Einwohner, wobei sich die Zahl mit dem Ballungsraum auf mehr als 700.000 oder 800.000 erhöht. Von Bordeaux aus verwaltet man das gleichnamige Arrondissement mit seinen 33 Kantonen. Die Einwohner der Stadt nennen sich Bordelais, und auch beim Weinbau in Frankreich bzw. beim Wein aus Frankreich trifft man zum Teil auf den Ausdruck Bordelais für oder statt Bordeaux. Berühmt wurde die neuntgrößte französische Stadt vor allem durch ihre Küche und durch den Bordeauxwein, doch man sollte dabei ihr bauliches und kulturelles Erbe nicht außen vor lassen. Die Geschichte von Bordeaux umfasst bis zu 2.300 Jahre und wurde von den Kelten, den Römern und den Franken genauso geprägt wie später vom englisch-französischen Gegensatz. Seit dem 15. Jahrhundert gehört die Stadt zu Frankreich, wobei sie im Laufe ihrer Geschichte drei ökonomische Blütezeiten durchlebte. Diese sind auf die strategische Lage der Handels- und Verkehrsverbindungen zurückzuführen und haben nicht zuletzt dem Wein aus Bordeaux dabei geholfen, national und international auf sich aufmerksam zu machen.

Die Lage prägt sowohl die Stadt selbst als auch den in ihrem Umland praktizierten Weinbau. Bordeaux liegt über 40 km vom Atlantischen Ozean entfernt und wird vom Fluss Garonne mit einströmendem Meerwasser durchflossen. Zwischen dem flussabwärts gelegenen Médoc und dem sich flussaufwärts ziehenden Gebiet der Graves gelegen, ist Bordeaux von zahlreichen Weingütern umgeben (teilweise bis ins Ballungsgebiet hinein). Das linke Ufer der Garonne mit dem größeren Teil des Stadtgebietes setzt sich aus weiten, sumpfigen Ebenen mit niedrigen Anhöhen zusammen. Eine Bodenbeschaffenheit aus Kies und Schotter bietet eigentlich eine recht magere Grundlage für den Weinbau, aber wegen der Wasserdurchlässigkeit und der Wärmespeicherfähigkeit sind dennoch gute Voraussetzungen für den Anbau von Rebstöcken vorhanden. Das steile, rechte Ufer des Flusses Garonne geht in ein bis zu 90 m hohes Kalkplateau über. Dieses Plateau ist der Standort von rund 20 km von der Stadt entfernten, weltberühmten Weinbaugebieten im Bordeaux wie Pomerol, Saint-Émilion und Fronsac. Dort werden einige der weltweit teuersten Weine gekeltert.

Die Stadt Bordeaux befindet sich am südlichen Rand der gemäßigten Klimazone. Das bedeutet ausgesprochen milde Winter und die lange, warme Sommer, die fast an subtropische bis mediterrane Weinbaugebiete denken lassen. Ausreichend Niederschlag und eine hohe Sonneneinstrahlung sind das ganze Jahr hindurch zu beobachten. Die Mikroklima der Stadt Bordeaux und ihrer Umgebung wirkt sich selbstverständlich auf den Weinbau aus. Ein breiter Streifen an Pinienwald schützt die Weinberge vor den Seewinden. Des Weiteren übt die Gironde einen temperaturausgleichenden Effekt aus, da das Gewässer die am Tag gespeicherte Wärme in der Nacht wieder abgibt sowie das Sonnenlicht breitflächig in das Umland reflektiert.

Das Weinbaugebiet Bordeaux

Wie bereits erwähnt, wirken sich die Bodenbeschaffenheit und die klimatischen Bedingungen vorteilhaft auf die Weinbauregion Bordeaux in Frankreich aus. Sie wird oft Bordelais genannt und stellt das weltweit größte (zusammenhängende) Anbaugebiet für Qualitätswein dar. Kein Wunder also, dass Wein aus dem Bordeaux oft als die Nummer 1 angesehen wird und - zusammen mit dem Burgunder - mit Wein aus Frankreich gleichgesetzt wird. Bis zu 3.000 Weingüter (Chalets genannt) kümmern sich um den Weinbau im Bordeaux. Im Gegensatz zu anderen Weinbauregionen in Frankreich spielen Lagen eine untergeordnete Rolle und es kommt mehr auf die Weingüter selbst an. Dennoch wird in Weinbaugebiete im Bordeaux unterschieden, allen voran in Pomerol, Medoc und Saint-Émillion. Bis zu 120.000 Hektar Rebfläche dienen der jährlichen Produktion von 5 bis 6 hl Qualitätswein aus dem Bordeaux. Das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf dem Bordeaux Rotwein, wohingegen der Weißwein nur rund 20 % der Produktion an Bordeauxwein ausmacht.

Fünf Gebiete unterteilen die Weinbauregion Bordeaux. Die Graves beginnen im Süden der Metropole und bedecken das Süd-Ufer der Garonne. Das Médoc beginnt im Norden der Stadt Bordeaux und zieht sich über 70 km auf dem linken Gironde-Ufer hin. Unter dem Libournais versteht man das Umland der Stadt Libourne auf dem rechten Dordogne-Ufer. Das treffend benannte Gebiet Entre-Deux-Mers bezieht sich auf das Hügelland zwischen Dordogne und Garonne. Im Nordwesten vom Libournais befinden sich die zusammen betrachteten Gebiete Blayais und Bourgeais, im Norden des Zusammenflusses von Garonne und Dordogne. Vereinfacht fasst man das Médoc und die Graves als Linkes Ufer zusammen und betitelt das Libournais als Rechtes Ufer. Die regionalen Appellationen unterteilen sich in Bordeaux und Bordeaux Supérieur mit noch höherem Status. Sie gelten für das komplette Département Gironde und machen bis zu 57 % der Gesamtproduktion an Bordeauxwein aus. Ihnen folgen die übergeordneten subregionalen Appellationen für Teilbereiche des Gebietes. Médoc steht für Rotweine des Médoc, Haut-Médoc hingegen für Rotwein aus dem Bordeaux aus dem höher gelegenen Teil im Süden. Graves hat sich für Rotweine und Weißweine südlich von Bordeaux und Garonne eingebürgert. Entre-Deux-Mers liefert mehrheitlich trockenen Weißwein. Die größtenteils auf dem rechten Dordogne-Ufer gelegenen Côtes de Bordeaux liefert mehr als ein Viertel der Gesamtproduktion an Bordeauxweinen. Die Spitze der Appellationen-Hierarchie bilden die kommunalen Appellationen für eine einzige Gemeinde. Hiermit kennzeichnet man die teuersten und bekanntesten Weine aus dem Bordeaux. Hier darf man Sauternes als edelsüßen Weißwein nicht vergessen.

Bordeaux-Weine werden in der Regel als Verschnitte, also als Cuvées aus verschiedenen Rebsorten und vinifizierter Parzellen gewonnen. Die Assemblage dient dazu, sowohl den Weinstil des Châteaus als auch den besonderen, spezifischen Charakter des jeweiligen Terroirs zu betonen. Die Rebsorten der Cuvée nennt man auf dem Etikett von Bordeauxwein nicht. Der berühmte Rotwein von Bordeaux basiert im Normalfall aus den drei Rebsorten Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Weniger wichtig, doch vertreten, sind die Rebsorten Carménère, Malbec und Petit Verdot. Die Rotweinsorten dominieren in der Weinbauregion Bordeaux ganz klar. Zu den kultivierten Weißweinsorten zählen Sémillon für das Keltern edelsüßen Weinen und Sauvignon Blanc für trocken ausgebaute Weißweine aus dem Bordeaux. Die weißen Rebsorten Muscadelle, Colombard und Ugni Blanc werden ebenfalls angebaut. Der zugelassene Ertrag pro Hektar liegt für weißen Bordeaux bei 65 hl und für Rotwein sowie Roséwein bei 55 hl. Die Pflanzdichte ist mit 2.000 Stöcken pro Hektar äußerst niedrig.

Bekannter Bordeaux-Wein aus Frankreich

Warum sollte man Bordeauxwein kaufen? Weil er für eine lange Tradition, Top-Qualität, ein renommiertes Weinbaugebiet und einen unverwechselbaren Charakter steht. Gehobener Wein aus der entsprechenden Preisklasse überwiegt, wobei vor allem Kenner hieran Gefallen finden. Wer sich als Wein-Liebhaber ansieht, der muss zumindest einmal einen Wein aus dem Bordeaux kaufen. Kräftiger, fruchtiger Rotwein der langlebigen Art mit einem beachtlichen Lagerungspotenzial ist der Klassiker beim Bordeauxwein. Während Rotwein aus Pomerol oder Saint-Émillion eher mild, aber herrlich vollmundig ist, zeigt sich der Bordeaux Rotwein aus dem Medoc von der intensiveren, noch fruchtigeren Seite. Weißwein aus dem Bordeaux und Schaumwein wie der Crémant de Bordeaux sind weniger bekannt, aber keineswegs weniger interessant. Möchte man Wein von Bordeaux kaufen, sollte man eines wissen: Es existieren grob zwei Sorten Wein aus dem Bordeaux, die Markenweine und die Gutsweine, auch als Château-Weine bezeichnet. Château-Weine werden aus den Weintrauben eines einzigen Gutsbesitzes gekeltert. Ein Weingut produziert einen einzigen repräsentativen Wein, der als Grand Vin angesehen wird. Markenweine hingegen werden von Weinhändlern aus Fasswein zusammengestellt, um den Kunden eine für die jeweilige Appellation repräsentative Cuvée mit zuverlässiger Qualität zu liefern.

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