Bierzo

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Geografische Details der Weinbauregion Bierzo

Im Nordwesten von Spanien, in der autonomen Gemeinschaft Kastilien-Leon, befindet sich die Comarca (regionale Verwaltungseinheit) Bierzo. Ihre Lage im westlichsten Teil von Leon lässt sie zu einem Nachbar von Asturien und Galicien werden. Auf einer Fläche von rund 2.800 km2 leben im Gebiet Bierzo mehr als 134.000 Menschen. Die Hauptstadt der Region Bierzo ist Ponferrada mit etwa der Hälfte der Einwohner. Beim Bierzo handelt es sich um ein tektonisches Becken mit einer Höhe von 500 m. Es ist von bis zu 2.000 m hohen Gebirgszügen umgeben, was das Klima und damit auch den Wein aus dem Weinbaugebiet Bierzo in Spanien beeinflusst. Offiziell unterteilt man das Gebiet in drei Regionen: Bierzo Bajo, Bierzo Alto und Bierzo del Este. Die Abgrenzung der Region durch Gebirge hat sich auf die Bevölkerung ausgewirkt. So waren die "Bercianos" bis in die 60er-Jahre hinein isoliert und haben ihre Dialekte, ihre Kultur und ihre Essgewohnheiten bewahrt. Sie wollen nicht unbedingt als Galicier, Asturianer oder Bürger der leonesischen Nordmeseta angesehen werden. Ebenso hat es die Weinbauregion Bierzo mit ihrem Wein verdient, separat betrachtet zu werden.

Das Weinbaugebiet Bierzo

Die spanische Weinbauregion Bierzo unweit von der Landesgrenze zu Portugal wird vom Fluss Sil beeinflusst. Seine Nebentäler spielen mit ihren fruchtbaren Bedingungen ebenfalls eine bedeutende Rolle. Die Gemeinde Cacabelos ist das Zentrum des Weinbaus, der dort bereits seit mehr als 2.000 Jahren betrieben wird. Das Weinbaugebiet Bierzo ist nicht weit von der Appellation Valdeorras entfernt und weist die unterschiedlichsten Bodenbeschaffenheiten auf. In den Tallagen, in der Nähe der Flussläufe Burbia und Sil ist der Boden schwer, feucht und fruchtbar. Weiter oben an den recht steilen Hügeln trifft man auf mehrheitlich kalkhaltige, sandige Böden. Im nordwestlichen Teil der Weinbauregion Bierzo prägt Verwitterungsschiefer den Boden. Im Bierzo wird der Weinbau durch ein Mikroklima beeinflusst, das aus dem Aufeinandertreffen des kontinentalen Klimas der spanischen Nordmeseta mit dem Seeklima von Asturien und Galicien entsteht. Das bedeutet, dass es ausreichend Niederschlag und Sonnenschein gibt, während die Berge kalte Winde von den Weinbergen fernhalten.

Insgesamt rund 4.000 Hektar sind mit Weinbergen bepflanzt, wobei rund 20 Ortschaften die Hauptanbauflächen kontrollieren. Villafranca del Bierzo ist gemeinsam mit Ponferrada, Molinaseca, Fresnedo, Camponaraya und Cacabelos bekannter. Bis zu 5.000 Winzer aus mehr als 40 Weingütern (Bodegas) kümmern sich um den Weinbau in El Bierzo, wobei weniger als 10 % der produzierten Weine exportiert werden. Ende der 80er-Jahre wurde der Weinbauregion der DO-Status verliehen. Interessanterweise wurde die Weinbauregion Bierzo in den letzten Jahren von Modernisierungen und mehr Qualitätsstreben geprägt, vor allem durch Jungwinzer und Weinkellereien, die sich die Schieferböden zunutze machen, um der Rebsorte Mencia mehr Potenzial zu entlocken. Rund 46.000 Flaschen an DO-Wein aus Bierzo werden pro Jahr nach Deutschland exportiert, wobei der Export insgesamt auf rund 201.000 Flaschen kommt.

Bekannter Bierzo-Wein aus Spanien

Zwar wird nur ein verschwindend geringer Anteil an Bierzo-Weinen ins Ausland geschickt, doch unter Wein-Kennern genießt die Weinbauregion in Kastilien-Leon einen guten Ruf. Wein aus dem Bierzo wird vorwiegend als Rotwein gekeltert, denn der Weißwein spielt kaum eine Rolle. Die Rebsorte Godello liefert feinen Bierzo Weißwein, wird jedoch auf nicht einmal 100 Hektar kultiviert. Palomino (15 % der Rebfläche) und Doña Blanca (10 %) sind ebenfalls für Weißweine aus dem Bierzo geeignet. Was die bekannteren Rotweine aus dem Bierzo angeht, so basieren sie meist auf Mencía mit rund zwei Dritteln der gesamten Rebfläche. Neben diesem reinsortigen Bierzo Rotwein gibt es Verschnitte der Rebsorte Mencía mit Merlot, Garnacha (5 % der Rebfläche), Tempranillo oder Cabernet Sauvignon. Die Rotweine werden auf traditionell Weise 6 bis 12 Tage lang in Tanks auf der Maische vergoren. Der Ausbau von fruchtbetonten Rotweinen in neuen Eichenfässern setzt sich immer mehr durch. Roséwein ist eine echte Seltenheit.